Anleitung · Handyfotos für Mietinserate
Vier Handgriffe, und Ihre Handybilder sind gut genug.
Sie brauchen keine Kamera und keinen Kurs. Sie brauchen vier Dinge, die Sie in jedem Raum gleich machen — quer halten, in die Ecke stellen, gerade halten, Licht an. Dunkle Ecken, Farbstich, überstrahlte Fenster und herumliegende Sachen sind nicht Ihr Problem: das rechnen wir hinterher heraus.
Vorbereitung
Drei Minuten, bevor Sie den ersten Raum betreten
Diese Handgriffe entscheiden mehr über das Ergebnis als alles, was Sie danach beim Fotografieren noch richtig machen können.
Linse putzen
Ein Zipfel vom T-Shirt genügt. Fingerfett auf der Linse legt einen milchigen Schleier um jede Lampe und jedes Fenster — und das ist der eine Bildfehler, den auch wir nicht sauber herausrechnen können.
Alles Licht an
Jede Lampe in jedem Raum, auch mitten am Tag, auch die kleine im Dunstabzug. Es geht nicht um Helligkeit — die machen wir. Es geht darum, dass die dunklen Ecken überhaupt Bildinformation enthalten, die wir hochziehen können.
Rollladen hoch, Vorhänge auf
Auch wenn das Fenster dann völlig überstrahlt aussieht. Den Blick nach draussen holen wir zurück. Ein heruntergelassener Rollladen dagegen bleibt ein heruntergelassener Rollladen.
Raster einschalten
iPhone: Einstellungen › Kamera › Raster.
Android: Kamera › Einstellungen › Rasterlinien.
Das ist Ihr Werkzeug fürs Geradehalten — ohne Raster schätzen Sie, mit Raster sehen Sie es.
Unter Einstellungen › Kamera › Formate «Maximale Kompatibilität» wählen. Damit fotografiert das iPhone in JPEG statt in HEIC — und HEIC können wir nicht lesen. Wenn Sie direkt aus der Fotomediathek hochladen, wandelt das iPhone von selbst um; heikel wird es erst, wenn Sie am Mac aus der Fotos-App exportieren.
Drinnen
Die vier Regeln, die tatsächlich etwas ändern
Alles andere, was in Fotokursen steht, können Sie für ein Mietinserat vergessen. Diese vier nicht — es sind genau die, die man später nicht mehr korrigieren kann.
Quer halten. Immer.
Ein Inserat zeigt Bilder im Querformat. Ein hochkant fotografiertes Bild wird für die Vorschau beschnitten — und weggeschnitten wird dann genau das, was den Raum gross aussehen lässt: die Breite. Beide Bilder unten sind derselbe Moment im selben Zimmer.


Stellen Sie sich in die Ecke, nicht in die Mitte.
Der häufigste Fehler überhaupt: Man stellt sich mitten in den Raum und fotografiert eine Wand an. Dann sieht man eine Wand. Aus der Ecke sieht die Kamera zwei Wände und die ganze Tiefe — mit Rücken zur Ecke, Schultern an der Wand, so weit zurück wie es geht.


Bei kleinen Räumen — Bad, Korridor, Reduit — hilft es, in den Türrahmen zu stehen und von dort hineinzufotografieren, statt sich in den Raum zu stellen. Was ein Handy dort trotzdem nicht schafft, schafft es nicht: dafür gibt es Weitwinkel und Fotografen.
Gerade halten, auf Brusthöhe.
Kippen Sie das Telefon nach unten oder oben, kippen die Wände mit — Türrahmen und Fensterkanten laufen schräg zusammen, und das Zimmer sieht aus, als würde es umfallen. Halten Sie das Telefon senkrecht wie eine Scheibe, ungefähr auf Brusthöhe (rund 1,4 bis 1,5 Meter), und richten Sie die Rasterlinien an einer Türkante aus.


Licht an, Blitz aus.
Der Blitz sitzt direkt neben der Linse. Er knallt alles im Vordergrund weiss, wirft harte schwarze Schatten an die Wand dahinter und färbt den Raum kalt — drei Fehler, die sich gegenseitig verstärken und die kein Bearbeitungsschritt mehr auseinanderdividieren kann. Schalten Sie ihn fest aus, nicht auf «Automatik».


Draussen
Die Aussenaufnahme entscheidet, ob jemand klickt
Sie ist meistens das Titelbild — und sie ist die einzige Aufnahme, bei der Sie auf etwas warten müssen, das Sie nicht steuern können: die Sonne.
Sonne im Rücken statt im Gesicht
Beide Bilder zeigen dasselbe Grundproblem: gegen die Sonne fotografiert verliert die Fassade jede Zeichnung.


- Stellen Sie sich so, dass die Sonne hinter Ihnen steht. Wenn das nicht geht, kommen Sie später wieder — vormittags steht die Sonne im Osten, nachmittags im Westen.
- Bedeckter Himmel ist besser als Mittagssonne. Wolken sind eine Riesen-Softbox: keine harten Schatten auf der Fassade, keine schwarzen Balkone.
- Räumen Sie den Vordergrund frei. Das eigene Auto wegfahren, Container um die Ecke schieben, Velo wegstellen. Loses können wir wegrechnen — ein Lieferwagen quer vor dem Eingang ist kein loser Gegenstand.
- Nehmen Sie das ganze Haus ins Bild, mit etwas Luft ringsum. Lieber ein paar Schritte zurück als das Dach anschneiden. Zuschneiden können wir, dazuerfinden nicht.
- Warten Sie nicht auf die blaue Stunde. Fotografieren Sie bei Tag — die Dämmerung setzen wir digital, inklusive warmem Licht in den Fenstern.
Rundgang
Welche Bilder Sie brauchen — und in welcher Reihenfolge
Für eine 3,5-Zimmer-Wohnung sind zwölf bis achtzehn Bilder richtig. Weniger wirkt, als hätten Sie etwas zu verbergen; mehr liest niemand. Gehen Sie so durch, wie ein Interessent gehen würde.
| # | Motiv | Bilder | Worauf es ankommt |
|---|---|---|---|
| 01 | Aussenansicht | 1–2 | Das Titelbild. Sonne im Rücken, ganzes Haus, Vordergrund frei. |
| 02 | Wohnzimmer | 2 | Aus zwei gegenüberliegenden Ecken — einmal zum Fenster, einmal davon weg. |
| 03 | Küche | 1–2 | Die ganze Zeile in einem Bild. Abtropfgitter und Lappen brauchen Sie nicht wegzuräumen. |
| 04 | Schlaf- und Kinderzimmer | je 1–2 | Aus der Türecke. Auch leere Zimmer fotografieren — die möblieren wir. |
| 05 | Bad und WC | je 1 | Aus dem Türrahmen. Spiegel im Blick behalten: Sie dürfen nicht darin stehen. |
| 06 | Balkon, Sitzplatz, Aussicht | 1–2 | Einmal der Balkon selbst, einmal der Blick von dort hinaus. |
| 07 | Korridor mit Einbauschrank | 1 | Nur wenn es Stauraum zeigt. Ein leerer Gang ist ein verschwendetes Bild. |
| 08 | Keller, Waschküche, Parkplatz | je 1 | Nur, was zur Wohnung gehört und im Inserat erwähnt ist. |
Arbeitsteilung
Was Sie ignorieren dürfen — und was auch wir nicht retten
Wir bearbeiten, was Sie fotografiert haben. Das ist mehr, als die meisten erwarten — und an einer klaren Stelle weniger.
Kümmern Sie sich nicht darum
- Zu dunkle Räume und schwarze Ecken
- Gelbstich vom Lampenlicht, Blaustich vom Schatten
- Fenster, die weiss ausbrennen
- Wäschekorb, Schuhe, Zahnputzbecher, Kabel
- Leere Zimmer — die möblieren wir virtuell
- Leicht schiefe Kanten und Bildrauschen
Diese Bilder machen Sie bitte neu
- Verwackelt oder unscharf. Schärfe lässt sich nicht erfinden. Kurz anhalten, ausatmen, auslösen.
- Digital gezoomt. Zoomen heisst beim Handy: Ausschnitt vergrössern und Details verlieren. Gehen Sie stattdessen näher hin.
- Sie im Spiegel oder im Fenster. Klassiker im Bad. Seitlich stellen und prüfen, bevor Sie weitergehen.
- Porträt- oder Blendenmodus. Der weichgezeichnete Hintergrund ist kein Fehler des Bildes, sondern in ihm drin.
- Screenshots oder per WhatsApp geschickte Bilder. Beides ist stark komprimiert. Laden Sie die Originale hoch.
- Der Raum, der nicht ins Bild passte. Wir können ein Zimmer nicht breiter machen und keinen Blickwinkel verschieben.
Vor dem Hochladen
Vier Punkte, dann sind Sie fertig
JPEG, PNG, WebP oder RAW
Bis 60 MB pro Datei. RAW-Dateien (NEF, CR3, ARW …) entwickeln wir für Sie.HEIC können wir nicht lesen — vom iPhone direkt aus der Fotomediathek hochladen, dann wandelt es automatisch um.
Nicht über einen Messenger schicken
WhatsApp und Co. rechnen Bilder auf einen Bruchteil herunter. Laden Sie direkt vom Telefon hoch oder übertragen Sie die Originaldateien per AirDrop oder Kabel.
Drei Aufnahmen zählen als ein Bild
Wenn Ihr Telefon bei starkem Gegenlicht mehrere Belichtungen desselben Motivs speichert, laden Sie alle hoch. Wir erkennen sie automatisch, rechnen sie zusammen und verrechnen sie als ein Bild.
Bis 40 Bilder pro Objekt
Lieber zwei Aufnahmen pro Zimmer als eine — welche besser ist, sehen Sie am grossen Bildschirm ohnehin besser. Was Sie nicht behalten, kostet nichts.
Zum Mitnehmen
Die Kurzfassung fürs Telefon
Machen Sie einen Screenshot davon, bevor Sie losgehen.
- 01Linse am T-Shirt abwischen
- 02Jede Lampe einschalten, auch tagsüber
- 03Rollladen hoch, Vorhänge auf
- 04Blitz fest ausschalten
- 05Telefon quer halten
- 06In die Raumecke stellen
- 07Senkrecht halten, Brusthöhe, Raster an der Türkante
- 08Draussen: Sonne im Rücken, nichts vor dem Haus
- 09Nicht zoomen, nicht Porträtmodus
- 10Originale hochladen, kein HEIC, kein WhatsApp
Die Beispielbilder in dieser Anleitung sind zur Veranschaulichung erzeugt und zeigen keine realen Objekte. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Objekt mit Handybildern gut bedient ist: fragen Sie uns — wir sagen es Ihnen ehrlich.