Anleitung · Handyfotos für Mietinserate

Vier Handgriffe, und Ihre Handybilder sind gut genug.

Sie brauchen keine Kamera und keinen Kurs. Sie brauchen vier Dinge, die Sie in jedem Raum gleich machen — quer halten, in die Ecke stellen, gerade halten, Licht an. Dunkle Ecken, Farbstich, überstrahlte Fenster und herumliegende Sachen sind nicht Ihr Problem: das rechnen wir hinterher heraus.

iPhone und Androidca. 15 Minuten vor OrtBis 40 Bilder pro Objekt

Bilder hochladen

Vorbereitung

Drei Minuten, bevor Sie den ersten Raum betreten

Diese Handgriffe entscheiden mehr über das Ergebnis als alles, was Sie danach beim Fotografieren noch richtig machen können.

Handgriff 1

Linse putzen

Ein Zipfel vom T-Shirt genügt. Fingerfett auf der Linse legt einen milchigen Schleier um jede Lampe und jedes Fenster — und das ist der eine Bildfehler, den auch wir nicht sauber herausrechnen können.

Handgriff 2

Alles Licht an

Jede Lampe in jedem Raum, auch mitten am Tag, auch die kleine im Dunstabzug. Es geht nicht um Helligkeit — die machen wir. Es geht darum, dass die dunklen Ecken überhaupt Bildinformation enthalten, die wir hochziehen können.

Handgriff 3

Rollladen hoch, Vorhänge auf

Auch wenn das Fenster dann völlig überstrahlt aussieht. Den Blick nach draussen holen wir zurück. Ein heruntergelassener Rollladen dagegen bleibt ein heruntergelassener Rollladen.

Am Telefon

Raster einschalten

iPhone: Einstellungen › Kamera › Raster.
Android: Kamera › Einstellungen › Rasterlinien.
Das ist Ihr Werkzeug fürs Geradehalten — ohne Raster schätzen Sie, mit Raster sehen Sie es.

iPhone: einmalig einstellen

Unter Einstellungen › Kamera › Formate «Maximale Kompatibilität» wählen. Damit fotografiert das iPhone in JPEG statt in HEIC — und HEIC können wir nicht lesen. Wenn Sie direkt aus der Fotomediathek hochladen, wandelt das iPhone von selbst um; heikel wird es erst, wenn Sie am Mac aus der Fotos-App exportieren.

Drinnen

Die vier Regeln, die tatsächlich etwas ändern

Alles andere, was in Fotokursen steht, können Sie für ein Mietinserat vergessen. Diese vier nicht — es sind genau die, die man später nicht mehr korrigieren kann.

Regel 1

Quer halten. Immer.

Ein Inserat zeigt Bilder im Querformat. Ein hochkant fotografiertes Bild wird für die Vorschau beschnitten — und weggeschnitten wird dann genau das, was den Raum gross aussehen lässt: die Breite. Beide Bilder unten sind derselbe Moment im selben Zimmer.

Hochkant
Dasselbe Wohnzimmer hochkant fotografiert — Sofa und Fenster sind angeschnitten, der Raum wirkt schmal.
Der halbe Raum fehlt. Vom Sofa bleibt ein Zipfel, der Essplatz ist ganz weg. Wer das Inserat sieht, denkt: eng.
Quer
Wohnzimmer im Querformat — der ganze Raum von der Sitzecke bis zum Fenster ist zu sehen.
Derselbe Raum, ganz. Sitzecke, Tisch und Fenster in einem Bild — die Wohnung wirkt so gross, wie sie ist.
Regel 2

Stellen Sie sich in die Ecke, nicht in die Mitte.

Der häufigste Fehler überhaupt: Man stellt sich mitten in den Raum und fotografiert eine Wand an. Dann sieht man eine Wand. Aus der Ecke sieht die Kamera zwei Wände und die ganze Tiefe — mit Rücken zur Ecke, Schultern an der Wand, so weit zurück wie es geht.

Aus der Raummitte
Wohnzimmer aus der Raummitte gegen eine leere Wand fotografiert, dunkel und eng wirkend.
Viel Wand, wenig Wohnung. Das Sofa ist angeschnitten, der Raum hört am Bildrand auf, obwohl er weitergeht. Dazu: Licht aus, alles grau.
Aus der Raumecke
Wohnzimmer aus der Raumecke fotografiert, mit Sitzecke, Tisch und Fenster im selben Bild.
Zwei Wände, volle Tiefe. Man erkennt den Zuschnitt des Zimmers und wo die Möbel hinpassen. Licht an, Fenster im Bild.
Wenn die Ecke nicht reicht

Bei kleinen Räumen — Bad, Korridor, Reduit — hilft es, in den Türrahmen zu stehen und von dort hineinzufotografieren, statt sich in den Raum zu stellen. Was ein Handy dort trotzdem nicht schafft, schafft es nicht: dafür gibt es Weitwinkel und Fotografen.

Regel 3

Gerade halten, auf Brusthöhe.

Kippen Sie das Telefon nach unten oder oben, kippen die Wände mit — Türrahmen und Fensterkanten laufen schräg zusammen, und das Zimmer sieht aus, als würde es umfallen. Halten Sie das Telefon senkrecht wie eine Scheibe, ungefähr auf Brusthöhe (rund 1,4 bis 1,5 Meter), und richten Sie die Rasterlinien an einer Türkante aus.

Nach unten gekippt
Dasselbe Wohnzimmer mit nach unten gekippter Kamera — die senkrechten Kanten laufen schräg zusammen.
Die Wände fallen nach innen. Dazu viel Bodenfläche, die niemanden interessiert, und zu wenig Zimmer.
Senkrecht gehalten
Dasselbe Wohnzimmer mit senkrecht gehaltener Kamera, mit eingeblendetem Kameraraster zur Ausrichtung an der Türkante.
Kanten stehen. Türrahmen und Fenster laufen parallel zu den Rasterlinien — das ist der ganze Trick.
Regel 4

Licht an, Blitz aus.

Der Blitz sitzt direkt neben der Linse. Er knallt alles im Vordergrund weiss, wirft harte schwarze Schatten an die Wand dahinter und färbt den Raum kalt — drei Fehler, die sich gegenseitig verstärken und die kein Bearbeitungsschritt mehr auseinanderdividieren kann. Schalten Sie ihn fest aus, nicht auf «Automatik».

Mit Blitz
Küche mit direktem Blitz fotografiert — grelle Reflexionen auf den Fronten, harte Schatten, dunkler Hintergrund.
Grell vorn, schwarz hinten. Auf den Fronten spiegelt der Blitz, hinter jedem Gegenstand klebt ein harter Schatten.
Raumlicht
Küche mit eingeschaltetem Raumlicht ohne Blitz, warme Farben statt kaltem Blitzlicht.
Gleichmässig bis in die Ecken. Alle Lampen an, kein Blitz. Das etwas gelbliche Licht korrigieren wir.

Draussen

Die Aussenaufnahme entscheidet, ob jemand klickt

Sie ist meistens das Titelbild — und sie ist die einzige Aufnahme, bei der Sie auf etwas warten müssen, das Sie nicht steuern können: die Sonne.

Sonne im Rücken statt im Gesicht

Beide Bilder zeigen dasselbe Grundproblem: gegen die Sonne fotografiert verliert die Fassade jede Zeichnung.

Gegen die Sonne
Mehrfamilienhaus gegen die Sonne fotografiert, mit Auto und Mülltonnen vor dem Eingang.
Fassade im Schatten, Himmel ausgebrannt. Die Sonne blendet quer ins Bild, davor parken Auto und Container vor dem Eingang.
Sonne im Rücken
Mehrfamilienhaus mit der Sonne im Rücken des Fotografen fotografiert, mit Rasen und Hecke im Vordergrund.
Fassade im Licht, Haus ganz im Bild. Nichts steht davor, ringsum etwas Luft. Aus so einer Aufnahme wird auf Wunsch eine Dämmerungsstimmung.

Rundgang

Welche Bilder Sie brauchen — und in welcher Reihenfolge

Für eine 3,5-Zimmer-Wohnung sind zwölf bis achtzehn Bilder richtig. Weniger wirkt, als hätten Sie etwas zu verbergen; mehr liest niemand. Gehen Sie so durch, wie ein Interessent gehen würde.

#MotivBilderWorauf es ankommt
01Aussenansicht1–2Das Titelbild. Sonne im Rücken, ganzes Haus, Vordergrund frei.
02Wohnzimmer2Aus zwei gegenüberliegenden Ecken — einmal zum Fenster, einmal davon weg.
03Küche1–2Die ganze Zeile in einem Bild. Abtropfgitter und Lappen brauchen Sie nicht wegzuräumen.
04Schlaf- und Kinderzimmerje 1–2Aus der Türecke. Auch leere Zimmer fotografieren — die möblieren wir.
05Bad und WCje 1Aus dem Türrahmen. Spiegel im Blick behalten: Sie dürfen nicht darin stehen.
06Balkon, Sitzplatz, Aussicht1–2Einmal der Balkon selbst, einmal der Blick von dort hinaus.
07Korridor mit Einbauschrank1Nur wenn es Stauraum zeigt. Ein leerer Gang ist ein verschwendetes Bild.
08Keller, Waschküche, Parkplatzje 1Nur, was zur Wohnung gehört und im Inserat erwähnt ist.

Arbeitsteilung

Was Sie ignorieren dürfen — und was auch wir nicht retten

Wir bearbeiten, was Sie fotografiert haben. Das ist mehr, als die meisten erwarten — und an einer klaren Stelle weniger.

Übernehmen wir

Kümmern Sie sich nicht darum

  • Zu dunkle Räume und schwarze Ecken
  • Gelbstich vom Lampenlicht, Blaustich vom Schatten
  • Fenster, die weiss ausbrennen
  • Wäschekorb, Schuhe, Zahnputzbecher, Kabel
  • Leere Zimmer — die möblieren wir virtuell
  • Leicht schiefe Kanten und Bildrauschen
Nicht reparierbar

Diese Bilder machen Sie bitte neu

  • Verwackelt oder unscharf. Schärfe lässt sich nicht erfinden. Kurz anhalten, ausatmen, auslösen.
  • Digital gezoomt. Zoomen heisst beim Handy: Ausschnitt vergrössern und Details verlieren. Gehen Sie stattdessen näher hin.
  • Sie im Spiegel oder im Fenster. Klassiker im Bad. Seitlich stellen und prüfen, bevor Sie weitergehen.
  • Porträt- oder Blendenmodus. Der weichgezeichnete Hintergrund ist kein Fehler des Bildes, sondern in ihm drin.
  • Screenshots oder per WhatsApp geschickte Bilder. Beides ist stark komprimiert. Laden Sie die Originale hoch.
  • Der Raum, der nicht ins Bild passte. Wir können ein Zimmer nicht breiter machen und keinen Blickwinkel verschieben.

Vor dem Hochladen

Vier Punkte, dann sind Sie fertig

Format

JPEG, PNG, WebP oder RAW

Bis 60 MB pro Datei. RAW-Dateien (NEF, CR3, ARW …) entwickeln wir für Sie.HEIC können wir nicht lesen — vom iPhone direkt aus der Fotomediathek hochladen, dann wandelt es automatisch um.

Originale

Nicht über einen Messenger schicken

WhatsApp und Co. rechnen Bilder auf einen Bruchteil herunter. Laden Sie direkt vom Telefon hoch oder übertragen Sie die Originaldateien per AirDrop oder Kabel.

Belichtungsreihen

Drei Aufnahmen zählen als ein Bild

Wenn Ihr Telefon bei starkem Gegenlicht mehrere Belichtungen desselben Motivs speichert, laden Sie alle hoch. Wir erkennen sie automatisch, rechnen sie zusammen und verrechnen sie als ein Bild.

Menge

Bis 40 Bilder pro Objekt

Lieber zwei Aufnahmen pro Zimmer als eine — welche besser ist, sehen Sie am grossen Bildschirm ohnehin besser. Was Sie nicht behalten, kostet nichts.

Zum Mitnehmen

Die Kurzfassung fürs Telefon

Machen Sie einen Screenshot davon, bevor Sie losgehen.

  1. 01Linse am T-Shirt abwischen
  2. 02Jede Lampe einschalten, auch tagsüber
  3. 03Rollladen hoch, Vorhänge auf
  4. 04Blitz fest ausschalten
  5. 05Telefon quer halten
  6. 06In die Raumecke stellen
  7. 07Senkrecht halten, Brusthöhe, Raster an der Türkante
  8. 08Draussen: Sonne im Rücken, nichts vor dem Haus
  9. 09Nicht zoomen, nicht Porträtmodus
  10. 10Originale hochladen, kein HEIC, kein WhatsApp

Bilder hochladen

Die Beispielbilder in dieser Anleitung sind zur Veranschaulichung erzeugt und zeigen keine realen Objekte. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Objekt mit Handybildern gut bedient ist: fragen Sie uns — wir sagen es Ihnen ehrlich.